 © Michael Hennemann
Einblicke in die Welt der Wikinger
"Bei die Wikingers in Haithabu lebte ´ne Frau mit rote Haare. Das gibt es bei die Wikingers ab und zu, und die hier hieß Renate." Immer, wenn ich an die Schlei fahre, breitet sich in meinem Kopf unweigerlich dieser Refrain der norddeutschen Spaßcombo Torfrock aus. Und richtig, auch heute lässt mich die Gewohnheit nicht im Stich. So hallt ein "Volle Granate, Renate" von meinen Lippen über den Yachthafen von Schleswig, als wir dort die Boote von den Autos heben. Doch genug der Reminiszenzen an eine etwas in die Jahre gekommene und ohnehin nie prächtige Melodie, die in meiner Jugend auf Zeltfesten und ähnlichen ruralen Veranstaltungen ertönte.
 Die Mündung der Schlei in die Ostsee wird durch diesen schwarz-weiss gestreiften Leuchtturm markiert
Wer zum ersten Mal an die Schlei kommt sollte in Schleswig zunächst einen Abstecher ans Südufer machen und unter der Straßenbrücke hindurch ins Haddebyer und Selker Noor paddeln. Sofern vorab nicht auf dem Landwege geschehen gehört eine Besichtigung der Wikingersiedlung Haithabu zum Pflichtprogramm. Hier gegenüber der heutigen Schleswiger Innenstadt lag bis ins 11. Jahrhundert der wichtigste Handelsplatz des nordischen Raumes, wo alle erdenklichen Waren wie Schmuck, Silber, Waffen und Bernstein aus ganz Europa gehandelt wurden. In Verbindung mit Eider und Treene bot die Schlei, zumindest im Vergleich zur Passage ums raue Skagerrak, eine recht bequeme und sichere Verbindung zwischen Nord und Ostsee. Das heutige Wikingermuseum gewährt einen Einblick in die spannende Welt der Wikinger, von dem einst prachtvollen Handelsplatz selbst kündet heute aber nur noch ein neun Meter hoher und im Durchmesser 600 Meter breiter Befestigungswall.
 An der Schleimünde
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