Einer der landschaftlich und zugleich wassertechnisch interessantesten Flüsse der spanischen Pyrenäen ist zweifelsohne der Esera.
Gelangt man von Castejon de Sos in das obere Eseratal, erreicht man nach kurzer Zeit eine enge Schlucht, die gerade genug Platz für eine schmale Strasse und eine herrliche Niedrigklamm lässt. Sinnvollerweise lässt man sein Fahrzeug an einer Brücke stehen und geht die entscheidenen 2,5 Kilometer der Klamm zu Fuß auf Holzversperrungen ab.
Bootet man direkt an der Brücke ein, folgen verwinkelte und, bei entsprechendem Wasserstand, recht wuchtige Katarakte, die vom Boot aus gerade noch eingesehen werden können. Das Highlight ist ein enger, wuchtiger Schlitz in der Klammmitte, dessen rechter Ausgang in eine "Garage" führt. Bis zu dieser Stelle ist alles absicherbar und im Bedarfsfall (wenn auch schwierig) zu umtragen. Die folgenden Stellen in der reinrassigen Klamm sind deutlich leichter als die bereits passierten, jedoch bedeuten sie, bis zum Ausstieg kurz vor einem Strassentunnel, eine durchgehende Zwangspassage.
Bis der Esera sich ausgetobt hat folgen noch zwei schöne Schluchten, wobei deren Befahrbarkeit von mehren Kraftwerken abhängig ist. Somit ist leider nicht jede Schlucht zu jeder Zeit machbar. Als Ausweichmöglichkeit bietet sich in relativer Nähe der Ara, Noguera Pallaresa und die Isabena an.
Einsatz: Castejon de Sos
Aussatz: Seira
Fahrstrecke: 7 km
Schwierigkeit: Wildwasser II bis III (2,5 km Klamm mit Wildwasser IV bis V)
Die HKN-Specials, eine Reihe von Beschreibungen (ehemals) recht unbekannter Flüsse, werden in loser Folge fortgesetzt. Der Stand der Beschreibungen ist im jeweiligen Special angegeben. Örtliche Gegebenheiten und Schwierigkeitsangaben können sich mittlerweile geändert beziehungsweise relativiert haben.