Vielen begeisterten "Brandy"-Fans fehlt sicherlich das oberste Stückerl dieses klassischen Wildflusses in ihrer Sammlung. Zum Einen wegen des umständlichen Shuttles über den Tegernsee zum Einstieg und dem grossen Bogen über das Inntal hoch zum Kaiserhaus zum Ausstieg. Zum Anderen ist der ausreichende Wasserstand das Haar in der Suppe. Nur selten ist das Wehr am Startpunkt der Etappe komplett überronnen, so dass einem ungetrübten Fahrspass nichts mehr im Wege steht.
Sanft schaukelt uns der Bach durch eine einzigartige alpine Landschaft, die zwar hier und da Erinnerungen an die Tormäuer der Erlauf hervorruft, jedoch noch eindrucksvoller daherkommt. Unaufhörlich prasseln, rauschen und donnern silberfarbene Wasserfälle, in starkem farblichen Kontrast zum dunklen Fels und dem satten Grün der Wiesen in der engen Schlucht. Nur ein einziges Mal wird die Genusstour von einem längeren Katarakt unterbrochen der bei Hochwasser recht wuchtig wird. Eine kurze Besichtigung schadet sicher nicht. Wenig später wird das Wehr über die Klausenbrücke umtragen; bei dem empfohlenen Wasserstand kann der Rücklauf recht unangenehm werden! Langsam weitet sich das Tal, das Gefälle nimmt ab, und schon bald erreichen wir den Ausstieg der Tour am Beginn der Kaiserklamm.
Einsatz: Am Wehr des Zusammenfluss von Roter und Weisser Valepp (erreichbar über einen Pfad bei der Kapelle).
Aussatz: Eingang Kaiserklamm (bei empfohlenen Pegel ist die Klamm absolut grenzwertig).
Fahrtstrecke: 10 Kilometer.
Schwierigkeit: Wildwasser II bis III (IV).
Befahrungszeit: Frühjahr / Frühsommer und nach starken Regenfällen.
Pegel: Das Wehr am Einstieg sollte überronnen sein.
Sonstiges: Es empfiehlt sich die PKWs zu Fuss über einen herrlichen Wanderweg entlang der Valepp zurück zu holen. Als Belohnung bietet sich ein herrliches Forellenessen im Kaiserhaus an.
Die HKN-Specials, eine Reihe von Beschreibungen (ehemals) recht unbekannter Flüsse, werden in loser Folge fortgesetzt. Der Stand der Beschreibungen ist im jeweiligen Special angegeben. Örtliche Gegebenheiten und Schwierigkeitsangaben können sich mittlerweile geändert beziehungsweise relativiert haben.