Das Tessin, genauer gesagt das Gebiet um den Lago Maggiore, ist für den Wildwasserfahrer im Frühjahr zwischen Ostern und Pfingsten eines der herrlichsten Urlaubsziele. Ist es bei uns in Norddeutschland noch kühl und regnerisch, können wir im Tessin mit traumhaften 20 bis 30 Gard Celsius rechnen und bekommen rassigstes Wildwasser durch Schneeschmelze oder warme Frühlingsschauer gleich mitserviert.
Die obere Teilstrecke des San Giovanni im Valle Intragna é molto imposante. Sie ist fahrbar, wenn die Standardstrecke zuviel Wasser bietet.
Um den Einsatz zu erreichen, trägt man kurz nach Ortsanfang Scareno links durch den Ort hoch. Anschließend führt der Weg nahezu geradeaus bis zu einem Bildstock, dann steil abwärts zum Bach hinunter (ca. 30 Minuten Wegstrecke).
Der Bach verläuft weitabgelegen von der Strasse, ohne Gelegenheit einfach aufzuhören. Die Befahrung beginnt gleich mit einer Umtragestelle. Auch weitere nicht fahrbare Stellen sind gut zu umtragen. Höhepunkte der Befahrung bilden zwei Wasserfälle von acht und fünf Metern Höhe, von denen der erste nur mit Sprung in den Tumpf umgangen werden kann.
Fast am Ende der Befahrung führt ein schwieriger Katarakt in eine Zwangspassage, die nur mit äußerster Mühe einsehbar ist. Man kann linksufrig mit langem Hals um die Ecke schauen, um den Tumpf des drei Meter hohen Abschlussfalles einzusehen. Von hieraus ist der Wasserstand relativ gut einschätzbar. Entschließt man sich nicht zur Befahrung, besteht die Möglichkeit sich an der linken Seite durch Gestrüpp hochzuarbeiten (ziemlich steil). Die Strasse erreicht man an einer Serpentine, einige 100 Meter vor Ortseingang Scareno. Wer die Zwangspassage fährt geniesst den Drei Meter Fall und wird zum Ende der Befahrung des oberen San Giovanni mit den Eingangsfällen der Standardstrecke, die jetzt gut Wasser haben, belohnt.
Einsatz: Scareno + Wanderweg.
Aussatz: Beginn der Standardstrecke.
Strecke: 1,5 Kilometer.
Schwierigkeit: Wildwasser V bis VI, unfahrbar, eine Zwangspassage.
Befahrungszeit: April, Mai, Schneeschmelze oder nach Regenfällen.
Die HKN-Specials, eine Reihe von Beschreibungen (ehemals) recht unbekannter Flüsse, werden in loser Folge fortgesetzt. Der Stand der Beschreibungen ist im jeweiligen Special angegeben. Örtliche Gegebenheiten und Schwierigkeitsangaben können sich mittlerweile geändert beziehungsweise relativiert haben.