Wer den Charakter der korsischen Flüsse mag, sich aber durch die Hiobsbotschaften von der Insel und dem langen Anfahrtsweg abschrecken lässt, dem sind die Nebenflüsse der Sesia, insbesondere aber der Sorba zu empfehlen.
Einstieg für diesen herrlichen Wildwasserparcour ist Rassa, direkt am Zusammenfluss von Toorente, Granda und Sorba. Wer Lust hat kann die verwinkelte Rutsche der Sorba vor der Mündung der Gronda noch mitnehmen.
Der erste Abschnitt der Sorba lässt sich auf Sicht fahren, es folgt eine außerordentlich schöne Dreierkombination, die auch bei der Anfahrt von der Straße aus einzusehen ist. Nach einer gelungenen Befahrung sollte man sich im ruhigen Wasser umdrehen und die ganze Szenerie einen Moment auf sich wirken lassen. Die Fahrt dauert nicht allzulang, bis eine wunderschöne, von Felswänden umgebene Bobbahn die Bootfahrer erneut zum Besichtigen zwingt. Es folgen noch viele herrliche Stufen und Katarakte, teils über Grundgestein, teils im Geröllbett, die alle fahrbar sind, jedoch häufig zum Erkunden auffordern.
Vor einer alten Natursteinbrücke befindet sich noch eine lustige Steilkurve, deren Befahrung mit Langbooten allerdings nicht empfehlenswert ist. (Glimpflich verlaufender Steckunfall am Vortag). Nach der erwähnten Brücke sollte man bald linksufrig anlanden und zur nahe gelegenen Straße hochtragen.
Es folgen die vier letzten Stufen der Sorba, die nicht unbedingt jedermanns Sache sind. Wir zogen es vor, nur die letzte Stufe, die von Piode aus bequem erreichbar ist, mitzunehmen. Die anderen drei Stufen solen "unbestättigten Meldungen" zufolge auch schon befahren worden sein.
Einsatz: Zusammenfluss von Sorba und Gronda im Dorf Rassa, am Ortsanfang links über die Strassenbrücke, dem Schotterweg auf rechter Flussseite folgen.
Aussatz: Links nach Natursteinbrücke, für ganz Harte nach der letzten Stufe bei Piode.
Schwierigkeit: Wildwasser V, Schlussstufen Wildwasser VI bis VI+.
Befahrungszeit: Meist von Mai bis Ende Juni.
Die HKN-Specials, eine Reihe von Beschreibungen (ehemals) recht unbekannter Flüsse, werden in loser Folge fortgesetzt. Der Stand der Beschreibungen ist im jeweiligen Special angegeben. Örtliche Gegebenheiten und Schwierigkeitsangaben können sich mittlerweile geändert beziehungsweise relativiert haben.