Nach ausgiebigen Wasserschlachten auf den Achen des Ötztales sehnt man sich meist recht schnell nach einem kleineren, verblockten Bach mit intakter Natur und ohne Bauschrott.
Dies alles findet man im Nachbartal, doch nicht beim leider oft unter seinem Idealwasserstand anzutreffenden Pitzbach, sondern beim linken Quellbach, dem Taschachbach wird man fündig.
Aufgrund einer Ableitung kurz vor Mündung in den Pitzbach, welche auch für dessen schwankenden Wasserstände verantwortlich ist, vermutete bisher wahrscheinlich niemand einen vier Kilometer langen Wildbach in postkartenreifer, alpiner Landschaft. Doch bevor man sein Boot zu Wasser lassen kann, ist noch ein 2,5 bis 4 Kilometer langer Fussmarsch nötig, da ab der Taschachalm eine Schranke den autogewöhnten Paddler zu herkömmlicher und ökologischer Fortbewegungsweise zwingt (bitte nicht mit dem Auto weiterfahren, auch wenn die Schranke offen ist). Während des Fussmarsches kann man teilweise den Bach begutachten und auch den Wasserstand abschätzen, für welchen leider kein Pegel vorhanden ist. Wenn dann nach einigen Serpentinen eine Gefällzone zu sehen ist, kann man den unteren Einsatzpunkt als erreicht betrachten. Wer Lust hat, kann aber auch direkt unterhalb des Gletschers einsetzen (keine besonderen Schwierigkeiten). Wer nur die letzten Kilometer in Angriff nimmt, den erwartet anfangs eine gefällstarke Buckelpiste (Wildwasser V), welche vorher genau erkundet werden sollte. Aber auch der Rest der Strecke, welche kurz vor Ende das Paddlerauge nochmal mit Abrisskanten ohne Blick auf's Unterwasser erfreut, muss bei Erstfahrt genau besichtigt werden. Viele verklemmgefährliche Schlitze erfordern eine präzise Umfahrung.
Einsatz: Wahlweise unterhalb der unfahrbaren Gefällzone oder direkt unterhalb des Gletschers.
Aussatz: Im Stausee.
Fahrstrecke: 2,5 bis 4 Kilometer, je nach Einsatz.
Schwierigkeit: Wildwasser IV bis V bei einem max. Gefälle von etwa 8%. Die Gefällzone kann links wie rechts umtragen werden.
Die HKN-Specials, eine Reihe von Beschreibungen (ehemals) recht unbekannter Flüsse, werden in loser Folge fortgesetzt. Der Stand der Beschreibungen ist im jeweiligen Special angegeben. Örtliche Gegebenheiten und Schwierigkeitsangaben können sich mittlerweile geändert beziehungsweise relativiert haben.