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HKN-Special 18: Hoegne - Hohes Venn (B)

(551 Worte insgesamt im Text - 5077 Aufrufe)


Die Hoegne entspringt im Hohen Venn, nahe dem höchsten Punkt Belgiens, der "Baraque Michel". Sie hat eine Gesamtlänge von rund 35 Kilometern und mündet in der Nähe von Verviers in die Vesdre, die von Eupen heranfliesst.

Da im Hohen Venn - einem überaus waldreichen Hochmoor - der meiste Niederschlag verdunstet, gelangt nur bei extremen Regenfällen oder einer sehr plötzlichen Schneeschmelze ausreichend Wasser in das Flussbett der Hoegne. Sie wird dann zu einem sehr interessanten und teilweise recht schweren Wildwasser. Das durchschnittliche Gefälle der Hoegne liegt bei drei Prozent, auf Teilabschnitten sind es noch wesentlich mehr.

Am besten lässt sich eine lohnende Befahrbarkeit am Pegel der oberen Rur an der Einsatzbrücke bei Kalterherberg (Rcichenstein) abschätzen. Sofern es regnet, der Pegel ca. 50 cm anzeigt und eine gut steigende Tendenz erkennbar ist, lohnt sich ein Abstecher zur nur etwa 25 km entfernten Hoegne.

Der Einsatzpunkt befindet sich in der Nähe des kleinen Ortes Hockai an einer Furt. Der Weg dorthin ist gut mit den Schildern "Hoegne" ausgewiesen.

Hoegne

Das Kernstück kommt schon nach kurzer Fahrt und beginnt unmittelbar an einer kleinen Brücke. Die dann folgende Kataraktstrecke sollte unbedingt vorher besichtigt werden. Bei extremem Hochwasser ist hier sicherlich ein Umtragen anzuraten. Nach der Eingangsstufe folgen unmittelbar zwei weitere, die dann in den Eingang zum "Schlitz" überleiten - der wohl schwierigsten Stelle der Hoegne. Dieser Schlitz sollte vor einer Befahrung unbedingt auf evtl. darin verklemmtes Holz untersucht werden, da er sonst unter Umständen zu einer tödlichen Falle werden kann. Nach dem Schlitz geht es noch einmal mit etwa 5% in ein kurzes Steilstück, bevor die extremen Schwierigkeiten nachlassen. Man kann sich zunächst einmal auf einem mit kleinen Stufen und Schwällen durchsetzten Teilstück ausruhen, bevor nach einer Linkskurve erneut ein zweistufiger Katarakt eine kurze Besichtigung erfordert. Die Befahrung selbst ist nicht schwierig, wohl aber die Einfahrt.

Nach dem Katarakt geht es lebhaft weiter und der Fluss fordert ständige Aufmerksamkeit. Als nächstes Kriterium folgt der "Zwergenfall" (Cascade des Nutons), eine etwa 2,5 Meter hohe Stufe, über die das Wasser in einen tiefen, je nach Wasserstand recht brodelnden, Tumpf fällt.

Über weitere Stufen geht es dem Ende des ersten Aktes einer Hoegne-Befahrung zu. Der Aussatzpunkt ist an einer weiteren Furt mit einer kleinen, eisernen Fussgängerbrücke erreicht. Links befindet sich das Cafe "Petit Normand". Die Aussatzstelle ist von der Straße nach Sart zu erreichen und ebenfalls mit "Hoegne" ausgeschildert.

Nach dem Aussatz beginnt der Zweite Akt der Hoegne. immer noch sehr lohnend, mit abnehmenden Schwierigkeiten bis zur Brücke Sart-Solwsster oder bis zur Mündung.

Einsatz: Furt bei Hockai

Ausmatz: Furt beim Cafe "Petit Normand" oder weiter flussabwärts.

Fahrstrecke: Bis zum ersten Aussatz circa 4 Kilometer.

Schwierigkeit: Wildwasser III bis IV+ (eine Stelle Wildwasser V bis unfahrbar).

Befahrungszeit: Nur nach lang anhaltenden, bzw. extremen Regenfällen und/oder plötzlicher Schneeschmelze.

Karten: Wanderkarte "Hohes Venn" 1:25.000.

Hoegne Lageplan

Text: Ralf Theis/Michael Fischer, Skizze: Michael Fischer, Foto: Wolfgang EsserStand: ??-??

Die HKN-Specials, eine Reihe von Beschreibungen (ehemals) recht unbekannter Flüsse, werden in loser Folge fortgesetzt. Der Stand der Beschreibungen ist im jeweiligen Special angegeben. Örtliche Gegebenheiten und Schwierigkeitsangaben können sich mittlerweile geändert beziehungsweise relativiert haben.

Die Veröffentlichung der HKN-Specials auf Kajak-Channel.de
erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Halbwilden Kajakfahrer Norddeutschland (HKN)
© Alle Bilder und Texte der HKN-Specials sind Eigentum der Halbwilden Kajakfahrer Norddeutschland

  

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