Im Snowdonla National Park In Wales fließt der Llugwy. Er ist einer der wenigen Flüsse in Großbritannien, auf denen man noch keine Probleme mit den Anglern bekommt. Befahren kann man den Llugwy eigentlich zu jeder Jahreszeit, sowohl bei Niedrigwasser als auch bei Hochwasser. Die Schwierigkeiten bewegen sich dabei auf der ganzen Skala von Wildwasser I bis VI. Der erste Abschnitt bis zu den "Swallow Falls" kann nur bei Hochwasser befahren werden. Die ansonsten schon recht schweren Abschnitte "Cobdens" und "Pont Cyfyng" werden dann allerdings unfahrbar und müssen umtragen werden.
Die Einsatzstelle ist frei wählbar. Der Llugwy entwässert zunächst ein Hochplateau. Ab dem Ort Capel Curig nimmt das Gefälle dann ganz erheblich zu und der Fluss stürzt über große Blöcke zu Tal. Sobald eine Fußgängerbrücke in Sicht kommt, sollte man unbedingt aussteigen und sich Cobdens ansehen. Bei Mittelwasser kann man in Flussmitte eine schräge, etwa 1,5 Meter hohe Stufe herunterfahren. Damit hat man die beste Ausgangsposition, um an dem mitten im Stromzug liegenden, großen Felsblock vorbeizukommen. Auf leichtem Wildwasser geht es nun weiter zur nächsten "Brückentrecke" bei Pont Cyfyng. Sie beginnt mit einem engen, stufigen Kanal zwischen großen Blöcken. Nach der Brücke muß dann zunächst eine gut saugende Walze überwunden werden, bevor man sich über den Schanzentisch in den vier Meter tiefer liegenden Gumpen fallen lassen kann. Die direkt anschließende fünf Meter hohe Schrägrutsche bietet eigentlich keine Probleme. Nur sollte man direkt danach links ins Kehrwasser fahren, um nicht in die nächste, unfahrbare Stufe gezogen zu werden. Die dann folgenden "Forestry Falls" können in der Mitte ohne Probleme befahren werden.
Es folgen die "Swallow Falls". Unfahrbar? Es gibt aber links eine felsige Rinne mit drei Stufen, die machbar erscheint, in der zweiten Stufe läuft das Wasser links zur Hälfte in einen Syphon. Wir befuhren diese Kombination. Dies empfiehlt sich aber nur bei wirklich sehr wenig Wasser sowie nach vorheriger, genauer Besichtigung und guter Absicherung. Die beiden kurz aufeinander folgenden, jeweils etwa sieben Meter hohen Schrägrutschen können gut befahren werden. Die nächste Stufenkombination verlangt dann sehr technisches Fahren, da man unmittelbar nach der ersten 4-Meter-Stufe sofort nach rechts queren muss, um den noch folgenden 3-Meter-Sprung optimal zu erwischen. Immer stufiger und verblockter geht es nun auf den "Mincer" zu. Bei unserer Befahrung wurden die meisten von der Hauptströmung über die Kante gezogen und sind im Unterwasser unschön auf die Felsplatte aufgeschlagen. Man muss schon ganz schön arbeiten, um vorher weit genug nach rechts zu kommen. Unmittelbar nach dem "Mincer" kommen noch zwei rückläufige Stufen, bald darauf die letzte Schrägrutsche, die von links nach rechts befahren werden sollte. Nach einigen hundert Metern entlässt uns ein letzter 3-Meter-Sprung (ansehen, da Unterwasser voller Blöcke) in einen ab hier ruhigen Flusslauf, in welchem man verlorene Boote und Paddler bequem wieder einsammeln kann.
Einsatz: Oberhalb von Capel Curig.
Aussatz: Betws-y-Coed.
Fahrstrecke: 14 Kilometer.
Schwierigkeit: Die ganze Skala von Wildwasser I bis VI (X).
Befahrungszeit: "Pont Cyfyng", "Swallow Falls" und "Pont-y-Pair" nur bei Niedrigwasser im Sommer. Reststrecke bei höherem Wasserstand im Frühjahr und nach den dort recht häufigen Regenfällen.
Karten: Kümmerli & Frey. Wales und England, 1:250.000.
Die HKN-Specials, eine Reihe von Beschreibungen (ehemals) recht unbekannter Flüsse, werden in loser Folge fortgesetzt. Der Stand der Beschreibungen ist im jeweiligen Special angegeben. Örtliche Gegebenheiten und Schwierigkeitsangaben können sich mittlerweile geändert beziehungsweise relativiert haben.