Dem Tro Maret ist es mit seiner verwunschen wirkenden Klamm bis ins letzte Jahr gelungen, sich vor uns zu verbergen. Mit der "Entdeckung" dieses Ardennen-Wildbaches ist wohl für den Wildwasserkanuten der letzte "Weiße Fleck" des Hohen Venns erschlossen.
Um zur Einsatzstelle dieses Wildwassererlebnisses zu kommen, fährt man von Mont in Richtung Hockai. Nach gut einem Kilometer biegt man links in einen Weg ein, der nach wenigen Metern über den Tro Maret führt. Nach dem Einsetzen an der Brücke muss man bis zu der über einen Kilometer entfernten Klamm noch einen circa zwei Meter hohen Schrägabfall meistern. Bevor man sich jedoch zu einer Befahrung entschließt, sollte man - um sich ein Bild vom Wasserstand und den Baumhindernissen zu machen - zu der Aussatzstelle flußaufwärts laufen. Diese liegt an der Straßenbrücke Bévercé - Mont. Von dort führt der am rechten Ufer beginnende Wanderweg talaufwärts. Mehrere Holzstege mit darunter liegenden kleineren Gefällstufen queren den Bach. Nach ungefähr einem Kilometer steigt der Fußweg, nun auf der linken Seite führend, bis auf 40 m über den Bach an. Vom Rand aus blickt man in eine circa 250 Meter lange, märchenhafte Klamm. Der Tro Maret fällt zwischen schroffen, moosbewachsenen Felswänden über vier bis zu drei Meter hohe Stufen zu Tal. Bei unserer Erstbefahrung der Klamm mussten wir die Eingangstufe von Treibholz befreien und es seitlich an der Klammwand ineinander verkeilen. Dabei stellten wir überrascht fest, als wir den Boden unter den Füßen verloren, dass der doch recht kleine Wildbach erstaunlich tiefe Gumpen geschaffen hatte. Es ist schon verwunderlich in dem fast nur aus Sumpf und Moor bestehenden Hohen Venn, eine in Jahrtausenden tief eingeschnittene Felsklamm zu finden.
Einsatz: Wegebrücke zwischen Mont und Hockai
Aussatz: Straßenbrücke Bévercé - Mont
Fahrstrecke: 2,6 Kilometer.
Gefälle: ca. 5%.
Schwierigkeit: Wildwasser III bis IV. Bei Schnee oder Regen könnte ein Vorausklettern zum Absichern der Stufen in der Klamm unmöglich werden. Die Klamm müsste dann zwangsläufig durchgehend gefahren werden.
Befahrungszeit: Winter - Ostern, nur nach starken Regenfällen oder extremem Tauwetter.
Anfahrt: Über Monschau, Sourbrodt, Ovifat, Longfaye nach Mont.
Karten: Michelin 1:200.000, Belgien/Luxemburg, Div. Wanderkarten "Hohes Venn" 1:50.000 oder 1:20.000, am besten vor Ort erhältlich.
Die HKN-Specials, eine Reihe von Beschreibungen (ehemals) recht unbekannter Flüsse, werden in loser Folge fortgesetzt. Der Stand der Beschreibungen ist im jeweiligen Special angegeben. Örtliche Gegebenheiten und Schwierigkeitsangaben können sich mittlerweile geändert beziehungsweise relativiert haben.