Spanien! Sonne, Surfen. Süden, Sand und Wildwasserfahren? In der Provinz Huesca jedenfalls hat der Staat fast alles getan, um uns Paddler zu vertreiben: Speicherseen, Wasserkraftwerke und sogar Befahrungsverbote, die wenigen intakt gebliebenen Flussabschnitte sind für die privilegierten Angler reserviert.
Doch es gibt Ecken, die sind so einsam, dass sich nicht einmal ein Angler dorthin verirrt. Auf der Fahrt zum Rio Esera machen wir einen kleinen Abstecher nach Süden. Die Landschaft wird immer wilder und einsamer, mitten drin die Ortschaft Bonansa, ausgestorben bis auf wenige Alte die zurückblieben.
Dann sind wir am Isabena. Ab dem Zusammenfluss zweier etwa gleichgroßer Quellbäche scheint er fahrbar. Die enge Klamm, die bald danach beginnt, sollte man sich vorher ansehen, hier kann man auch am besten den Wasserstand abschätzen. Bis zum Klammeingang kommen viele schöne, aber unproblematische Hupfer zwischen großen Felsblöcken. In der Klamm wartet außer einer schon bedingt von der Straße aus sichtbaren 2-Meter-Stufe ein wirklich unfairer Abfall: Gerade an der engsten Stelle - die Klamm macht hier einen Knick, deshalb kann man kaum Schwung holen - ein Meter hoch mit kräftigem Rücklauf und Unterspülung. Nicht umtragbar und nicht abzusichern...
Nach mehreren Überschlägen mit dem "Langschiff" bin ich kräftig geschwommen. Und das, obwohl wir uns von der Straße aus abgeseilt hatten und dachten, alles gesehen zu haben. Ein Glück, dass so wenig Wasser auf dem Bach war!
Die nach der Klamm folgende, offenere Schlucht ist wunderschön. Die Abfäiie werden höher, die Verblockung stärker und zur Straße ist es auch nicht mehr weit. Nichts kann man auf Sicht fahren, es gibt einige Umtragestellen!
Nahe Obarra haben wir die Fahrt beendet. Bei ausgesprochenen Höchstwasserständen wäre es von hier noch eine lange Schußfahrt zum Esera, allerdings hat man dann oben keine Chance...
Einsatz: Am Zusammenfluss der Queilbäche (E1). Bei mehr als 4 cbm/s Klamm unfahrbar! Oder: Klammausgang (E2).
Aussatz: Obarra
Fahrstrecke: 8 Kilometer
Schwierigkeit: Wildwasser V (VI, unfahrbar)
Befahrungszeit: Winter bis Ostern
Anfahrt: Von Noguera Pallaresa über Pont de Suert nach Bonansa oder vom Esera (Grans) den Isabena hinauf.
Karten: Firestone Tourist Map 1:200.000, Pirineo Occidental
Die HKN-Specials, eine Reihe von Beschreibungen (ehemals) recht unbekannter Flüsse, werden in loser Folge fortgesetzt. Der Stand der Beschreibungen ist im jeweiligen Special angegeben. Örtliche Gegebenheiten und Schwierigkeitsangaben können sich mittlerweile geändert beziehungsweise relativiert haben.