Kaum jemand kennt Ihn, kaum jemand ist ihn mit dem Kajak gefahren und doch fließt er in einem der meist besuchtesten Gebiete der italienischen Alpen. Gemeint ist der Travignolo, ein rechter Zufluß des Avisio, der in einem steilen und teilweise sehr engen Tal der Dolomiten fließt.
Wer in Predazzo (1014 m) an der Mündung in den Avislo vorbei fährt, wird sich normalerweise enttäuscht abwenden, denn das Flußbett ist hier meist trocken. Ein Grund zur Resignation besteht allerdings noch lange nicht, denn oberhalb Bellamonte befindet sich ein Stausee, der das klare Wasser des Flusses zurück hält.
Unsere Einsatzstelle befindet sich viel weiter oben, direkt an der ersten Straßenbrücke oberhalb des Stausees. Sollte der Wasstrstand hier sehr gut sein, ergeben sich Alternativen im Oberlauf, die wir allerdings leider noch nicht ausprobieren konnten. Auch wenn es vorerst etwas rumpelig losgeht und recht kein Spaß aufkommen will, macht sich doch bald das ausgeprägte, stufenartige Gefälle des Travignolo bemerkbar. Das Wasser wird zum Teil auf nur wenige Meter zusammengepreßt und herrliche Grundgesteinsrutschen entschädigen für den anfänglichen Streß. Nicht lange dauert es, da haben wir auch schon das Kernstück erreicht:
Eine iängere Wasserfallkombination, mit Stufen zwischen 1,5 und 6 Metern Höhe. Sinnvoll ist es, dieses Szenario schon bei der Anfahrt zu besichtigen, da auch hier der Wasserstand abgeschätzt werden sollte. Weiter unterhalb wird es wieder etwas flacher und sehr bald entläßt uns ein nermalerwelse fahrbares Wehr in den Stausee.
Einsatz: Erste Straßenbrücke oberhalb des Stausees.
Aussatz: Stausee.
Fahrstrecke: etwa 2,5 Kilometer.
Schwierigkeiten: Anfangs Wildwasser II bis III, im Kernstück bis Wildwasser VI. Besichtigung aller Stellen möglich. Zum Kernstück führt ein Fußweg.
Einen Pegel gibt es nicht, der Wasserstand sollte an der Wasserfallkombination abgeschätzt werden.
Die HKN-Specials, eine Reihe von Beschreibungen (ehemals) recht unbekannter Flüsse, werden in loser Folge fortgesetzt. Der Stand der Beschreibungen ist im jeweiligen Special angegeben. Örtliche Gegebenheiten und Schwierigkeitsangaben können sich mittlerweile geändert beziehungsweise relativiert haben.