|
Zweimal Gold, einmal Silber und einmal Bronze lautet die Bilanz der deutschen Rennkanuten nach dem ersten Finaltag. Das DKV-Flagschiff - der Damen-Vierer über 500m - und der Zweier-Kajak über 1.000m mit Martin Hollstein und Andreas Ihle sorgten in Peking für einen goldenen Freitag.
Der Vierer-Kajak der Damen zeigte seine Dominanz direkt von Beginn an. "Der Start ist eh unsere Stärke", so Schlagfrau Fanny Fischer direkt nach dem Rennen. "Aber ich muss mich erstmal sammeln. Ich habe mich durchweg auf einen runden Schlag konzentriert und so lief es einfach klasse." Auch Katrin Wagner-Augustin gab ihrer Freude unter Tränen freien Lauf: "Wir haben die Ungarn gleich am Start gekascht und dann das Ding einfach nach Hause gefahren", was auch Nicole Reinhardt direkt nach Ihrem Lauf zugab: "Ich hab schon früh den anderen zugeschrien, ES REICHT, ES REICHT". Die Kleinste im K4, Conny Waßmuth, strahlte im anschließenden Interview um die Wette: "Nein, ich kann das noch nicht fassen."
Der Routinier und der Youngster
Ebenso glücklich und mit Siegerpose ins Ziel fahrend präsentierten sich Martin Hollstein und Andreas Ihle. Der K2 über 1000m galt im Vorfeld zwar als Medaillenanwärter, aber die Goldmedaille ist eine Sensation. Vom Start weg fuhr der erst spät zusammengesetzte Zweier-Kajak ein unangefochtenes Rennen. Andreas Ihle hatte schon Meter vor dem Ziel die Faust ballen können und fuhr mit Youngster Hollstein auf Schlag das größte Rennen seiner Karriere. "Ich hab mich während des Rennens gefragt, wie Martin nur so lange so rund fahren kann, aber dann hab ich mir einfach gesagt, GIB IHM UND AB INS ZIEL", freute sich der Magdebruger Ihle. Auch der 21-jährige Neubrandenburger Hollstein feierte freudetaumelnd seinen Sieg. "Wir waren am Anfang so gut und hinten raus hatte ich noch Körner, dass ich schon früh wußte, DAS IST ES. Einfach geil."
Silber im Zweier-Canadier
Der Canadier-Zweier Christian Gille und Tomasz Wylenzek holt Silber. Dominant sind die beiden "Indiander" der DKV-Flotte ihr Rennen angegangen und mussten sich am Ende nur den Weißrussen geschlagen geben. Dabei sah es bis 750m noch sehr gut für den Leipziger Gille und dem Essener Wylenzek aus. Der weißrussischen Schlussattacke konnte der deutsche C2 dennoch nicht mehr ganz Paroli bieten und so hieß es nach einem Herzschlagfinale für die völlig entkräfteten Olympiasieger von Athen "nur" Silber.
Bronze für Herren-Vierer
Das zweite deutsche Flagschiff, der Herren-Vierer, hatte in seinem Rennen mit einer der stärksten Konkurrenzen zu kämpfen. Hier hießen die Gegner Slowakei und vor allem Weißrussland. Die beiden Boote waren schon durch die ganze Saison hinweg als nur sehr schwer schlagbar eingestuft worden, und so zeigten auch Sie ihre Dominanz im olympischen Finale. Der deutsche Vierer-Kajak mit Schlagmann Altepost, Geburtstagskind Norman Bröckl, Torsten Eckbrett und Björn Goldschmidt ließ sich aber nicht von den anderen Booten beeindrucken. "Eine Medaille soll es sein", so Altepost schon vor dem Rennen. "Also müssen wir mindestens einen der drei anderen Mitfavoriten schlagen". So konnte man ausgerechnet gegen die starken Ungarn den dritten Platz verteidigen. Mehr noch. Im Endspurt zeigten die Deutschen ihre Ausdauer und kamen noch deutlich zu den Slowaken auf. Auch hier gab es einen engen Einlauf, in dem Deutschland sich die Bronzemedaille sicherte.
Text: DKV / Kajak-Channel
Weitere Infos:
DKV Olympia-Special
Homepages:
Fanny Fischer, Katrin Wagner-Augustin, Nicole Reinhardt, Norman Bröckl
|