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WWF zu TIWAG: Hände weg von intakten Flussstrecken in Tirol!

geschrieben von: Kajak-Channel am 14.07.2006, 09:52 Uhr

Auch die Umweltstiftung WWF spricht sich gegen die Kraftwerkspläne in Tirol aus: "In Tirol gibt es bereits mehr als 800 Wasser-Kraftwerke, aber nur noch 38 ökologisch intakte Flussstrecken. Die energiepolitische Zukunft von Tirol darf nicht auf Kosten der letzten Flussstrecken gehen."

Das Land Tirol hat sich mit einem Regierungs- und Landtagsbeschluss zum weiteren Ausbau der Wasserkraft in Tirol bekannt. Der WWF hat die Ausbaupläne der TIWAG begutachtet. Die Analyse zeigt, dass darunter auch Flüsse zur Nutzung vorgesehen wären, die höchste europäische Priorität genießen, so z.B. die Isel, die Gurgler Ache, die Venter Ache und der Gschnitzbach.

"Im Rahmen der EU-Wasserrahmenrichtlinie hat Österreich den Zustand seiner Gewässer nach Brüssel gemeldet. Nur 18 Prozent aller bewerteten Flüsse wurden als ökologisch in einem guten oder sehr guten Zustand beurteilt. Diese unterliegen einem Verschlechterungsverbot. Wasserkraftnutzung stellt aus Sicht des WWF eine Verschlechterung dieser Flussabschnitte dar.

Nach den Erhebungen des WWF sind in Tirol nur noch 38 Fließgewässerstrecken intakt. Die verbleibenden intakten Flusskilometer in Tirol sind der letzte Rest dieser heute stark gefährdeten Lebensräume. Das Land Tirol darf nicht die letzten intakten Flussstrecken für den Kraftwerksbau opfern, warnt der WWF. Denn nach eigenen Angaben der TIWAG können selbst mit dem Bau der geplanten vier Kraftwerke nach 15 bis 20 Jahren nicht einmal mehr die Stromverbrauchszuwächse in Tirol abgedeckt werden.

Für den WWF muss das Land Tirol in alle Möglichkeiten zur Steigerung der Energieeffizienz, in die Ausnützung der großen Einsparpotentiale und die Förderung alternativer Energieformen investieren. Aus diesem Grund arbeitet der WWF mit dem Land Tirol an der Entwicklung eines Energieeffizienzpakets. Erst, wenn diese Möglichkeiten ausgeschöpft sind, sollen neue Kraftwerke gebaut werden.

Weitere Infos: www.wwf.at


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