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Pittoreske Schluchten, glasklares Wasser und wilde Natur - so präsentiert sich die Koppentraun (Steiermark / Oberösterreich) auch heute noch dem WW-Paddler. Geht es nach dem Willen privater Kraftwerksbetreiber, wird die Kraft der Naturgewalten jedoch in naher Zukunft in eine Pipeline gepfercht.
"Der Plan, an der Koppentraun ein Wasserkraftwerk zu errichten, ist völlig absurd und muss so schnell wie möglich
gestoppt werden!", warnt Dr. Hildegard Aichberger, Geschäftsführerin des WWF (World Wide Fund for Nature). Gemeinsam
mit dem Bürgermeister von Obertraun, dem Naturschutzbund OÖ, dem Landesfischereiverband OÖ und dem Verein kajak.at
fordert sie die steirische Landesregierung dazu auf, sofort einzuschreiten.

Obertrauns Bgm. Egon Höll, Josef Limberger vom OÖ Naturschutzbund, WWF Chefin Dr. Hildegard Aichberger, OÖ
Landesfischermeister Dr. Karl Wögerbauer und Peter Feldhammer vom Verein kajak.at (v.l.n.r)
Gemeinsam unterzeichneten die Partner am 13.02.2006 eine Resolution an Landeshauptmann Franz Voves und Naturschutzlandesrat
Ing. Manfred Wegscheider. Denn die Zerstörung des Flussheiligtums Koppentraun - sie gehört zu den letzten vier Prozent
intakter Flussabschnitte Österreichs - ist von nationaler Tragweite.
Grenzgänge im Naturschutz
Die Koppentraun bildet einen Teil der UNESCO Weltkultur- und Naturerberegion Hallstatt / Dachstein / Salzkammergut.
"Unsere Gemeinde hat erst im Jahr 2001 einen Wanderweg entlang der Koppentraun eröffnet. Wir wollten Menschen die
Möglichkeit geben, diese Naturschönheit zu erleben und zu genießen", zeigt sich der Bürgermeister von Obertraun,
Mag. Egon Höll, über die Pläne bestürzt. Der Gemeinderat von Obertraun hat am 1. September 2005 einen Beschluss
gegen die Zerstörung der Koppentraun durch ein Kraftwerk gefasst. "Doch die Entscheidung für oder gegen das Projekt
fällt in der Steiermark. Uns sind die Hände gebunden, obwohl es unsere Region ist, die massiv an touristischer
Attraktivität verlieren würde!", so Höll weiter.
Breites Interesse an intakter Natur
"Private Gewinninteressen dürfen niemals auf Kosten einer derart bedeutenden Naturregion gehen!", unterstützt
auch Josef Limberger vom Naturschutzbund OÖ die Initiative. Neben ihm sprechen sich noch zwei weitere
Interessensvertreter gegen die Kraftwerkspläne aus. "Die Koppentraun stellt ein weltweit bekanntes und
traditionsreiches Revier für Fliegenfischer dar. Auch wir sind auf intakte Natur angewiesen", betont HR Dr. Karl
Wögerbauer, Landesfischermeister Oberösterreich. Und auch Kajakfahrer wären vom Verlust der attraktiven Flussstrecke
betroffen: "Die Koppentraun ist ein international besuchtes Wildwasserparadies. Die Freizeitsportler kommen von
weit her, um eine unberührte Natur vorzufinden", fürchtet Peter Feldhammer vom Verein kajak.at eine kurzsichtige
Entscheidung für ein Kraftwerksprojekt. Deshalb hat der Verein zusammen mit der "Initiative Koppentraun" eine
Petition aufgelegt, sowie Unterschriften gegen die Zerstörung der Koppentraun gesammelt. Innerhalb von 3 Monaten
unterstützten über 16.000 Menschen dieses Anliegen.
Oberösterreich appelliert an die Steiermark
In der Resolution vom 13.02.2006 appellieren die Unterzeichner an den steirischen Landeshauptmann Mag. Franz
Voves und an Naturschutzlandesrat Ing. Manfred Wegscheider für den Erhalt der Koppentraun. Denn die frei
fließende Koppentraun ist ein einzigartiges Naturjuwel, das die beiden Bundesländer verbindet. "Es ist höchste
Zeit, dass den Kraftwerksplänen durch einen negativen Naturschutzbescheid ein Riegel vorgeschoben wird," fordert
Dr. Hildegard Aichberger. Um die Naturschätze der Region nachhaltig zu sichern und den sanften Tourismus zu
fördern, setzen sich die Partner für die Erklärung der Koppentraun zum Naturdenkmal ein. Ein entsprechender
Antrag liegt seit 2004 bei der BH Liezen.
Quelle: Presseinformation vom 13.02.2006
Weitere Infos: www.koppentraun.at
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