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Paddler und Fische können den Höhenunterschied am Kongoawehr im Stillen Fließ bei Burg/Spreewald nun leichter überwinden. Mit der Flutung der neuen Anlage ging der erste Fisch- Kanu- Pass Brandenburgs als Pilotprojekt des Landesumweltamtes und der Uni Kassel in den Probebetrieb.
Ziel des Pilotprojekts ist die Erprobung des Einsatzes von Borstenelementen in den Spreewaldfließen. Damit sollen die für Paddler rund um Burg erforderlichen Wasserstände in den Fließen auch in Trockenzeiten gesichert werden, ohne Wehrbauten an neuen Standorten zu errichten. Dies ist vor allem für die Erhaltung des Lebensraums sehr seltener, EU-weit streng geschützter Arten, beispielsweise der Kleinen Flussmuschel, von großer Bedeutung. Fischaufstiegsanlagen dieser Bauweise wurden bereits bei Lippstadt-Esbeck an der Lippe, bei Braunschweig-Rüningen an der Oker und am Kraftwerk AU-Schöneberg in der Schweiz gebaut.
Der Fisch-Kanu-Pass am Kongoawehr besteht aus grünen und braunen Plastikborsten, die in zehn Riegeln im Abflussgerinne angeordnet sind. Sein Aussehen erinnert an einen Straßenbesen. Damit wird das Wasserspiegelgefälle von zirka einem halben Meter über eine Länge von acht Metern abgebaut. Mit dem Fisch-Kanu-Pass sollen zwei Funktionen in einer Anlage ermöglicht werden. Die Fische können durch die Borstenanlage in das Oberwasser schwimmen. Gleichzeitig kann der Fisch-Kanu-Pass auch von Paddlern genutzt werden. Abwärts wird über die Borsten gefahren, aufwärts kann man die Boote treideln. Dazu wurde eigens ein Treidelsteg installiert.
Wird der Fisch-Kanu-Pass von den Paddlern angenommen, könnte die Schleuse an dieser Staustufe in Spitzenzeiten wesentlich entlastet werden. So würden sich bei Hochbetrieb die Wartezeiten für Kähne und Boote erheblich reduzieren.
Weitere Infos: Die Idee des Fisch-Kanu-Pass
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