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Nach Angaben des "Aktionsbündnisses Ötztal" nahmen am Sonntag rund 200 Kanuten an der Protestfahrt in Sölden im Hinteren Ötztal teil. Laut Medienberichten waren auf den Transparenten Forderungen wie "Tourismus oder Tiwag" oder "Rettet die Ötztaler Ache" zu lesen.
Die Ötztaler Ache ist eine der höchstkarätigsten Wildwasserstrecken Europas. Im Rahmen des 1. Ötztaler Kajakfestivals machte die internationale Kajak-Szene mit ihrer Protestfahrt gegen die Kraftwerkpläne der TIWAG mobil. Über 400 Paddler aus zehn Nationen trafen sich auf dem Campingplatz in Huben, um friedlich gegen die Großkraftwerkspläne zu protestieren und den Bewohnern des Ötztals in ihrem Kampf gegen eine irreparable Naturzerstörung den Rücken zu stärken.
Am Samstag wurde zunächst auf den diversen Abschnitten der Ötztaler Ache gepaddelt. Während andernorts in den Nordalpen so ziemlich jeder Fluss von der Energiewirtschaft in Ketten gelegt ist, finden Kajakfahrer auf der Ötz noch pures Wildwasservergnügen wie vor 100 Jahren, als erste Faltbootpioniere die Flüsse Tirols erkundeten. Gegen 17 Uhr trafen sich die sichtlich zufriedenen Kajakfahrer wieder auf dem Campingplatz in Huben, um sich bei Freigetränken und Grillspezialitäten für die abendlichen Aktionen in Sölden zu stärken.
Um 21 Uhr eröffnete dort der Mitorganisator Bernhard Mauracher vor 600 Zuschauern das offizielle Programm mit einem Vortrag über die ökologischen Folgen von Wasserkraftwerken am Beispiel des Zillertals. Anschließend wurde der mehrfach preisgekrönte Film »Ötztal – Im Reich des wilden Wassers« gezeigt, bevor um 22.30 Uhr 75 Kajakfahrer zur Protestfahrt auf der Ache durch Sölden starteten. Erleuchtet nur vom Schein ihrer wasserfesten Fackeln und lautstark angefeuert von vielen hundert Zuschauern, bot sich ein Schauspiel, dessen emotionale Wirkung kaum größer hätte sein können.
Dass Kajakfahrer und Organisatoren ihr Pulver damit jedoch keinesfalls verschossen hatten, bewiesen sie am Sonntag, als bei bestem Wetter 200 bis 250 Kajakfahrer im Pulk durch den Ortskern Söldens trieben. Diesmal hielten sie weder Paddel noch Fackel in den Händen, sondern Plakate, die den Schutz der Ache vor einer fragwürdigen Energiepolitik forderten. Wer nach dieser eindrucksvollen Demo einmal selbst erleben wollte, warum Paddler ihr letztes Hemd für einen frei fließenden Wildfluss geben, konnte bei kostenlosen Passagierfahrten im Zweierkajak oder auf dem Schlauchboot den Reiz dieses elementaren Naturerlebnisses am eigenen Leib spüren. Die Rafts und Kajaks waren ständig unterwegs.
Tipp: Wolfram Bock hat auf seiner Website Bondle Pictures einen Filmbericht zum Ötztal Festival eingestellt. Das sehenswerte Video im WMV-Format (15 MByte) läuft 5,24 Minuten.
Organisatoren: Olaf Obsommer und Bernhard Mauracher.
Teilnehmende Nationen: Österreich, Schweiz, England, Irland, Schottland, Italien, Australien, Deutschland, Holland und Tschechien.
Aktivitäten: Rund 2000 Befahrungen der Ötztaler Ache im Rahmen des Festivals.
Spenden: 1800 EUR Spenden, 200 Protest-T-Shirts, 700 Liter Bier, 600 Würstchen, 50 Kg Geschnetzeltes.
Weitere Infos: www.big-o-productions.com, www.dietiwag.org
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