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| Autor | Schlauchkajak zum surfen |
Anonymous unregistrierter Benutzer verfasst: 09.09.2005, 02:39 Uhr  
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Hallo,
ich spiele seit längerem mit dem Gedanken mir ein Kajak zum surfen zuzulegen. Bis jetzt hatte ich diverse Rodekajaks im Auge.
Da ich aber fast imme rmit dem Flugzeug in Urlaub fliege wäre ein Schlauchkajak für mich eigentlich sinnvoller.
Nun würde ich gerne wissen, ob es Schlauchkajaks für meine Einsatzzweck gibt und wenn ja welche könnt ihr mir empfehlen?
Gruß
Alex | | | | |
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Anonymous unregistrierter Benutzer verfasst: 09.09.2005, 10:20 Uhr  
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Hallo Alex,
Schlauchkajaks sind tatsächlich zum Surfen gut geeignet. Man kann sie leicht im Auto oder Flugzeug mitnehmen, und kann es vor Ort auch leicht zum Strand mitnehmen.
Ich habe es selbst mit einem kleinen Gumotex Junior (ca 100 Euro) an der holländischen Westküste bei Alkmaar ausprobiert: Es ist ein Riesenspaß!
Ab 50 cm Wellenhöhe aufwärts kommt richtig Freude auf. Es ist ein absolutes Vergnügen, sich gemeinsam mit den Wellensurfern in die Wellen zu begeben. Das Junior rutscht wie ein Korken die Wellen rauf und runter und bleibt dabei auch einigermaßen trocken. Nur wenn man von hinten von einer Welle überholt wird und unter den brechenden Wellenkamm kommt, gibt es eine ordentliche Dusche (Neopren ist sehr zu empfehlen). Aber auch mit 50 Litern Wasser im Boot paddelt man zügig und problemlos zum Strand, um das Boot auszuleeren und sich schnellstens wieder in die Wellen zu stürzen.
Theboatpeople.com schreibt in seiner Beurteilung auch: „This ist the best inflatable kayak we sell for surfing small ocean waves“. Es ist kaum zu glauben, was man als Erwachsener (90 kg) mit diesem kleinen Boot anstellen kann.
Bei meinem Boot verwende ich nicht mehr den Originalsitz, sondern einen Sitz vom Gumotex Sunny. Dieser Sitz (Ersatzteil) wertet das Junior deutlich auf, so daß diese kleine Investition sehr zu empfehlen ist.
Leider hat das Junior keine Selbstlenzung, aber damit kann man in Strandnähe gut leben. Mit Selbstlenzung gibt es gibt es Boote von Grabner, Stearns, Gumotex und Advanced Elements, die sind aber wesentlich schwerer, teurer und haben ein größeres Packmaß. Ein geschlossenes Kajak ist nicht sinnvoll, da man bei Wellengang, auch direkt am Strand, ohne fremde Hilfe nicht ins Cockpit kommt. Beim offenen Boot kann man sich etwas unelegant einfach hineinplumpsen lassen. Und man hat eine Chance, nach dem Kentern wieder hineinzukommen. Eine Eskimorolle mit dem Schlauchkajak schafft so gut wie niemand. Als Paddel ist ein Wildwasserpaddel (geteilt) zu empfehlen.
Viel Spaß beim Kajaksurfen
Kai
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Anonymous unregistrierter Benutzer verfasst: 09.09.2005, 15:09 Uhr  
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Hallo Kai,
danke für deine Antwort.
Ich habe noch ein paar Fragen die du mir vielleicht beantworten kannst
Das von dir erwähnte Boot ist das denn qualitativ hochwertig? Ich suche etwas das länger halten sollte. Kann bei 100 Euro doch eigentlich nicht sein. Desweiteren muss sich für mein Verständis das Boot ja relativ hart aufpumpen lassen damit es stabil bleibt. Ich hatte das Grabner Solo (ist zwar etwas teuer) oder das Sevylor XK1 - SVX 100 DS oder SVX100 in Erwähgung gezogen. Das Gumotex Safari finde ich auch nichtt schlecht. Was sagst du zu den Kajaks?
Auf Idee mit dem kajak surfen bin ich gekommen als mich letzes Jahr beim bodyboarden fast einer mit seinem Wave Ski platt gefahren hätte. Zuerst dachte ich auch an einen Wave Ski aber die sind in Deutschland nirgendwo zu bekommen.
Nun habe ich noch eine Frage zur Technik beim surfen. Wie kommt man mit dem Kajak bei hohem Wellengang vom Strand weg. Ich habe mit meinem Bodyboard schon immer Probleme. Aber damit kann ich noch wenigstens unter der Welle durchtauchen. Wenn ich versuche mit einem Kajak bei starker Brandung aufs Meer rauszufahren (und das muss man ja nun mal ein Stück um auf einer Welle zu surfen) und vor mir bricht sich direkt eine Welle und trifft mich dann lieg ich mit dem Ding doch auf dem Kopf oder nicht?
Gruß
Alex
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Anonymous unregistrierter Benutzer verfasst: 12.09.2005, 13:36 Uhr  
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Hallo Alex,
zunächst mal: ich habe noch nie mit dem Kajak große Wellen gesurft (die gab es dort nicht, wo ich war) und bin auch nicht gekentert und kann deshalb nicht wirklich eine Auskunft geben, wie du sie suchst. Ich kann lediglich meine Erfahrungen weitergeben, wie ich sie gemacht habe.
Zunächst mal zum Gumotex Junior: Es handelt sich um ein kompaktes Kajak, daß eigentlich für Kinder und Jugendliche zu einem sehr günstigen Preis verkauft wird. Es ist aber aus dem gleichen hochwertigen Schlauchboot-Material (Gewebelaminat) wie große Schlauchboote und Raftingboote und ist auch gut verarbeitet. Die Abmessungen sind wie bei einem modernen Wildwasserboot (L = 2,50 m / B = 65 cm), so daß man durchaus auch als Erwachsener damit fahren kann. Ich habe es mir als Zweitboot für den Urlaub angeschafft, denn kein anderes Boot ist leichter und kleiner zu verpacken.
Es ging mir aber nicht darum, dir unbedingt das Gumotex Junior zu empfehlen, sondern ich wollte sagen, daß man sogar mit einem so kleinen und preiswerten Luftkajak surfen und eine Menge Spaß haben kann. Es ist also eine gute Lösung, wenn man es einfach mal ausprobieren will, ohne gleich viel Geld zu investieren.
Bei den kleineren Wellen in Strandnähe (100 m) war mir völlig egal, ob das Boot selbstlenzend ist. Wenn ich genug Wasser drin hatte, bin ich zum Strand gepaddelt, habe das Boot ausgeleert und bin wieder rausgepaddelt. Ich denke, bei größeren Wellen ist eine Selbstlenzung lebenswichtig.
Man kann auch mit jedem Kajak kentern, aber ein Luftkajak hat aufgrund der Abmessungen (insbesondere der Breite) eine deutlich höhere Anfangsstabilität als ein klassisches Kajak; leider ist deshalb die Eskimorolle aber auch erschwert bis unmöglich. Am geringsten ist die Kentergefahr, wenn man die Wellen frontal von vorn nimmt (macht auch am meisten Spaß). Und so fährt man auch raus: einfach geradeaus gegen die Wellen. Man muß auch nicht die Wellen hochpaddeln, sondern das Boot wird wie ein Korken von der Welle angehoben.
Dabei schützt einen der gesamte Unterboden weitgehend vor überkommendem Wasser. Am meisten Wasser bekommt man ins Boot, wie gesagt, wenn man in Richtung Strand fährt, von der Welle überholt wird und unter einen brechenden Wellenkamm kommt. Wenn man aus dem Boot geworfen wird, muß man Boot und Paddel festhalten und sich irgendwie wieder hineinhangeln. Und dann geht’s weiter.
Im Internet findet man an den verschiedensten Stellen Infos über das Surfen mit Kayaks, insbesondere aus den USA. Offenbar wird dort regelmäßig mit festen und aufblasbaren Sit-On-Tops gesurft. Bei uns gibt es mangels Wellen nichts ähnliches, und die Erfahrungen der Rodeokajaker sind nicht vergleichbar.
Mit Sicherheit ist das Grabner Solo (leider das teuerste Boot) die beste Investition, denn es gibt kein hochwertigeres und langlebigeres Boot, mit dem du außerdem dann ein sehr hochwertiges Wildwasserkajak bis WW IV besitzt.
Das Sevylor ist preiswerter und hübscher, aber nicht im entferntesten von der Qualität eines Grabner. Das Gumotex Safari ist dann die bessere Alternative zum Grabner, da es ebenfalls aus hochwertigem Gewebelaminat gefertigt ist und deshalb fast so hart aufgepumpt werden kann wie das Grabner.
Du mußt es also einfach mal ausprobieren, vom Transport bis zum Paddeln.
Viel Spaß
Kai
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